Was ist Retatrutid?
Retatrutid ist der internationale Freiname des Wirkstoffs LY3437943 von Eli Lilly. In Foren und bei Anbietern heißt er „Reta“, „Retatrutid-Peptid“, „Triple G“ oder „GLP-3“, im Englischen „Retatrutide“. Alle Namen meinen dasselbe Molekül; ein eigenes Produkt mit einem dieser Namen gibt es nicht (Triple G und GLP-3 erklärt).
Chemisch ist Retatrutid eine Kette aus 39 Aminosäuren, gebaut auf dem Gerüst des Hormons GIP. Eine angehängte Fettsäure bindet es an das Albumin, was seine Halbwertszeit verlängert [1]. Im ersten klinischen Versuch lag sie bei etwa sechs Tagen [2].
| Merkmal | Retatrutid |
|---|---|
| Entwicklungscode | LY3437943 |
| Entwickler | Eli Lilly and Company (keine Verbindung zu dieser Website) |
| Wirkstoffklasse | Triple-Agonist (GIP, GLP-1, Glukagon) |
| Aufbau | Peptid aus 39 Aminosäuren mit Fettsäure |
| Halbwertszeit | etwa 6 Tage |
| Studienprogramm | TRIUMPH (Phase 3) |
| Zulassung | keine, weder EMA noch FDA (19.10.) |
| Handelsname | noch keiner |
Reta Peptid: Kurzname für Retatrutid
„Reta Peptid“, oft auch „Reta Peptide“ geschrieben, ist kein eigenes Produkt. In Foren, Chatgruppen und Preislisten wird der Freiname Retatrutid auf vier Buchstaben gekürzt, so wie Tirzepatid in derselben Szene „Tirz“ heißt. Gemeint ist immer der Wirkstoff LY3437943 von Eli Lilly.
Für die Bewertung eines Forschungsfläschchens zählt deshalb das Etikett weniger als der Laborbericht. Ein Fläschchen mit der Aufschrift „Reta“ oder „RT“ braucht denselben Nachweis wie eines mit „Retatrutide“: die gemessene Menge in mg und die Reinheit per HPLC, für genau die verkaufte Größe.
Kapseln mit Namen wie „Reta-3“ sind ein anderes Produkt. Retatrutid wird als Forschungsreagenz nur als gefriergetrocknetes Pulver im Fläschchen verkauft.
Weitere Schreibweisen, die in Deutschland gesucht werden, sind „Retatrutid Peptid“, „Peptid Retatrutid“, „Reta GLP-3“ und „Triple G“. Sie alle führen zum selben Molekül. Unterschiede gibt es bei den Anbietern, und die zeigt der Vergleich der Shops.
Retatrutid Peptid: Aufbau (39 Aminosäuren, LY3437943)
Der Wirkstoff ist eine Kette aus 39 Aminosäuren, deren Gerüst vom Darmhormon GIP stammt. Einige Bausteine kommen in natürlichen Hormonen nicht vor; sie machen das Peptid widerstandsfähiger gegen die Enzyme, die solche Hormone sonst in Minuten abbauen [1].
An die Kette ist eine Fettsäure gekoppelt. Über sie bindet das Molekül an Albumin, das häufigste Eiweiß im Blut, und wird langsamer ausgeschieden. In der ersten klinischen Studie lag die Halbwertszeit deshalb bei etwa sechs Tagen [2].
Das Kürzel LY3437943 ist der Entwicklungscode von Eli Lilly; „LY“ steht vor allen Prüfsubstanzen des Konzerns. Der Freiname Retatrutid trägt die Endung „-tid“ wie andere Peptid-Wirkstoffe (Semaglutid, Tirzepatid).
Ein vollständiger Bericht zu einem Fläschchen nennt den Wirkstoff, den das Labor gefunden hat, die gemessene Menge in mg, die Reinheit in % und eine Auftragsnummer, die sich auf der Website des Labors prüfen lässt (Janoshik-Berichte lesen).
Drei Rezeptoren: GIP, GLP-1 und Glukagon
Retatrutid bindet an drei Rezeptoren: den für GIP, den für GLP-1 und den für Glukagon. Deshalb heißt es in der Fachliteratur Triple-Agonist [1]. Andere Peptide derselben Familie binden an einen oder zwei dieser Rezeptoren: Semaglutid nur an GLP-1, Tirzepatid an GIP und GLP-1.
Die Rezeptoraffinität wurde in Zellversuchen gemessen und in der Erstbeschreibung des Moleküls veröffentlicht [1]. Klinische Ergebnisse stehen in den zitierten Studien; diese Seite gibt sie nicht als Wirkversprechen wieder.
Was haben die TRIUMPH-Studien gemessen?
Die erste große Studie ist eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Phase-2-Studie mit 338 Erwachsenen über 48 Wochen [3]. Das Phase-3-Programm heißt TRIUMPH; TRIUMPH-1 lief mit 2 339 Erwachsenen über 80 Wochen [5], TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3 meldete der Entwickler im Juli als abgeschlossen [6].
Die Ergebnisse stehen in den zitierten Veröffentlichungen. Diese Seite gibt keine Ergebnisse als Argument wieder, weil die online verkauften Fläschchen Laborreagenzien sind und nicht das in den Studien geprüfte Präparat.
Jede dieser Studien ist im öffentlichen Register eingetragen, mit Protokoll, Teilnehmerzahl und Status. Die Phase-2-Studie steht im NEJM und unter NCT04881760, die Phase-3-Studien unter anderem unter TRIUMPH-1, NCT05929066 und TRIUMPH-3, NCT05882045. Am 19.10. führte das Register alle vier TRIUMPH-Studien der Tabelle als abgeschlossen.
| Studie (Register) | Teilnehmende | Status am 19.10. |
|---|---|---|
| Phase 2, NCT04881760 | 338, 48 Wochen | abgeschlossen, veröffentlicht im NEJM |
| TRIUMPH-1, NCT05929066 | 2 335 | abgeschlossen, erste Ergebnisse Mai |
| TRIUMPH-2, NCT05929079 | 1 152 | abgeschlossen, erste Ergebnisse Juli |
| TRIUMPH-3, NCT05882045 | 1 946 | abgeschlossen, erste Ergebnisse Juli |
| TRIUMPH-4, NCT05931367 | 445 | abgeschlossen |
Retatrutid im Labor: wie man das Molekül nachweist
Im Labor wird Retatrutid über zwei Messungen beschrieben. Die Massenspektrometrie bestätigt die Identität: Das Molekül hat eine molare Masse von etwa 4 731 g/mol. Die HPLC trennt den Inhalt eines Fläschchens auf und zeigt, welcher Anteil auf das intakte Peptid entfällt und welcher auf verkürzte Ketten aus der Synthese.
Ein vollständiger Bericht nennt außerdem die gemessene Menge in mg für genau die verkaufte Größe. Geliefert wird das Peptid als Lyophilisat, versiegelt und lichtgeschützt bei −20 °C gelagert. Wie man einen solchen Bericht prüft, steht unter Janoshik-Berichte lesen.
Ist Retatrutid in Deutschland zugelassen?
Nein. Ein Arzneimittel darf in Deutschland und Österreich erst nach einer Zulassung abgegeben werden, und Retatrutid hat weder eine der EMA noch eine nationale. Keine Apotheke darf es abgeben.
Der Entwickler will den Antrag bei der US-Behörde FDA im ersten Quartal des kommenden Jahres einreichen [6]; bei der EMA ist kein Antrag angekündigt.
Online werden Forschungsfläschchen verkauft, nicht das Arzneimittel aus den Studien. Ihre Qualität schwankt stark: In einer Analyse enthielten drei als „10 mg“ verkaufte Fläschchen 5,13 mg, 16,5 mg und 19,0 mg [8]. Wie wir Anbieter prüfen, steht in unserer Übersicht zu Retatrutide, die Preise je Milligramm unter Preis einer Durchstechflasche und, für größere Mengen, unter Retatrutide 30 mg im Preisvergleich.
Glossar: Begriffe rund um Retatrutid
Agonist: ein Stoff, der an einen Rezeptor bindet und ihn aktiviert, wie es das körpereigene Hormon tut.
Triple-Agonist: ein Wirkstoff, der drei verschiedene Rezeptoren aktiviert. Bei Retatrutid sind es die für GIP, GLP-1 und Glukagon [1].
GIP und GLP-1: zwei Darmhormone, die nach dem Essen ausgeschüttet werden. Glukagon stammt aus der Bauchspeicheldrüse.
LY3437943: der Entwicklungscode von Retatrutid bei Eli Lilly, in Registern und Studien bis heute verwendet.
TRIUMPH: der Name des Phase-3-Programms von Retatrutid, mit mehreren Studien (TRIUMPH-1 bis TRIUMPH-4 und weiteren).
Lyophilisat: gefriergetrocknetes Pulver. So wird das Peptid als Forschungsreagenz geliefert, versiegelt im Glasfläschchen.
HPLC: Hochleistungs-Flüssigkeitschromatografie, die Messung, mit der ein Labor Reinheit und Menge eines Peptids bestimmt.
Forschungsreagenz (RUO): Ware, die nur für Laborversuche verkauft wird, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier.
Methodik und Grenzen
Die Angaben dieser Seite wurden am 25.09. mit den zitierten Quellen abgeglichen und am 19.10. mit dem Register ClinicalTrials.gov ergänzt: der Erstbeschreibung des Moleküls [1], der Phase-2-Studie im NEJM (338 Erwachsene, 48 Wochen) [3] und Lillys Pressemitteilungen zu TRIUMPH [5] [6].
Grenzen: Phase 3 ist nur aus einer Pressemitteilung bekannt, nicht aus einer Veröffentlichung. Diese Seite ist keine medizinische Information und enthält keine Anwendungs- oder Mengenangaben. Die online verkauften Fläschchen sind nicht das Studienpräparat [8].
Retatrutid im Shop-Vergleich: die ersten drei der Wertung
Am 18. Oktober haben wir die Shops gelesen, die Google in Deutschland und Österreich für „Retatrutide kaufen“ zeigt, und sie nach elf prüfbaren Kriterien bewertet. Hier die ersten drei; die ganze Tabelle mit jedem Kriterium steht im Vergleich.
Alle Shops, OXpeptides eingeschlossen, werden nach denselben elf Kriterien bewertet.
| Rang | Anbieter | Preis / mg · 10 mg | Wert | Link | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Unsere Wahl11/11 Kriterien Unsere Wahl11/11 Kriterien | ||||||||
| S | OXpeptides11/11 8,99 €/mg | OXpeptides11/11 8,99 €/mg
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| A | Pepcore | 12,50 €/mg10 mg · 125,00 € | 8/11 | |||||
Fehlt: Bericht je Größe · 30 Tage Rückgabe | ||||||||
Peptra Labs | 14,00 €/mg10 mg · 139,99 € | 8/11 | ||||||
Fehlt: 30 Tage Rückgabe · Kartenzahlung | ||||||||
Häufige Fragen
Was macht Reta?
Retatrutid bindet im Labor an drei Rezeptoren (GIP, GLP-1, Glukagon); es ist ein Prüfpräparat ohne Zulassung.
Was ist Retatrutid-Peptid?
So nennen Anbieter und Foren den Wirkstoff Retatrutid (LY3437943) von Eli Lilly. „Reta“, „Retatrutid-Peptid“ und „GLP-3“ meinen dasselbe Molekül, ein Peptid, das an die Rezeptoren für GIP, GLP-1 und Glukagon bindet [1].
Ist Reta in Deutschland zugelassen?
Nein. Weder die EMA noch eine deutsche Behörde hat es zugelassen, und auch die FDA nicht. Der Entwickler plant den Antrag in den USA für das erste Quartal des kommenden Jahres [6]; für Europa gibt es keinen Termin.
Kann ich Retatrutid in Deutschland kaufen?
Nicht in der Apotheke, denn es gibt kein zugelassenes Arzneimittel. Verkauft werden nur Forschungsfläschchen, nicht zur Anwendung am Menschen. In unserem Vergleich erfüllt nur OXpeptides alle 11 Kriterien; notiert sind dort 7,50 € pro mg im 20-mg-Fläschchen. Die übrigen Shops stehen im Vergleich auf der Kaufseite.
Wer stellt Retatrutid her?
Entwickelt wird es von Eli Lilly; online verkaufte Fläschchen sind Laborreagenzien, nicht das Studienpräparat.
Gibt es einen Handelsnamen für Retatrutid?
Noch nicht. Einen Handelsnamen bekommt ein Wirkstoff erst mit dem Zulassungsantrag, und den will der Entwickler frühestens im ersten Quartal des kommenden Jahres bei der FDA stellen [6].
Was ist von Retatrutid aus China zu halten?
Das Herkunftsland sagt wenig über den Inhalt. In einer Analyse enthielten drei Fläschchen mit der Aufschrift „10 mg“ 5,13 mg, 16,5 mg und 19,0 mg [8]. Belastbar ist nur ein unabhängiger Laborbericht, der Menge und Reinheit misst und online abrufbar ist.


