Was Tesamorelin ist
Man kann sich die Wachstumshormonachse wie eine Sprechanlage vorstellen: Das körpereigene GHRH ist das Signal, das der Hirnanhangdrüse sagt „schütte Wachstumshormon aus“. Tesamorelin ist eine widerstandsfähigere Version dieses Signals — durch eine chemische Modifikation am N-Terminus wird es langsamer abgebaut und wirkt länger. Wichtig: Es ersetzt das Hormon nicht, sondern stupst die körpereigene, getaktete Produktion an. Dadurch bleibt der natürliche Rhythmus erhalten.
Der Mechanismus auf viszerales Fett
Tesamorelin erhöht die GH- und nachgelagert die IGF-1-Spiegel. Viszerale Fettzellen — das tief im Bauchraum liegende Fett um die Organe — tragen besonders viele GH-Rezeptoren und reagieren empfindlich auf das Fettabbau-Signal. In den klinischen Daten nimmt deshalb das viszerale Fett bevorzugt ab, während das Unterhautfett und die Insulinempfindlichkeit weitgehend unberührt bleiben. Genau diese Selektivität macht es für die Stoffwechselforschung interessant.
Qualitätskriterien beim Bezug
Für Laborarbeiten zählt die Nachvollziehbarkeit. Achte auf:
- HPLC-Reinheit dokumentiert (üblicherweise > 98 %).
- Analysenzertifikat (CoA) mit Chargennummer — nennt das prüfende Labor.
- Lyophilisierte Lieferform und gekühlter Versand.
- Sachgerechte Lagerung: rekonstituiert bei 2–8 °C, lichtgeschützt.
Tesamorelin als Forschungspeptid beziehen
Verfügbarkeit, Charge und aktuelle Konditionen auf Anfrage. Lyophilisiert, mit CoA. Nur für In-vitro-Forschung.
Verfügbarkeit anfragen →Abgrenzung zu GLP-1-Wirkstoffen
Tesamorelin gehört nicht zur GLP-1-Familie. Während Retatrutid, Tirzepatid und Semaglutid über Appetit und Energiebilanz wirken, setzt Tesamorelin an der Wachstumshormonachse an und zielt auf viszerales Fett. Wer die Inkretin-Klasse vergleichen möchte, findet das im Molekül-Vergleich und im Wirkstoffprofil Retatrutid.
Rechtlicher Hinweis
Tesamorelin ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen (§ 2 AMG) und ausschließlich für die In-vitro- und präklinische Forschung bestimmt (Research Use Only). Die hier dargestellten Wirkungen stammen aus publizierten Studien und sind keine Anwendungsempfehlung für den Menschen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Tesamorelin? +
Tesamorelin ist ein synthetisches, stabilisiertes Analogon des körpereigenen Growth-Hormone-Releasing-Hormone (GHRH) aus 44 Aminosäuren. Es bindet an GHRH-Rezeptoren der Hirnanhangdrüse und regt die pulsatile, also natürlich getaktete, Ausschüttung von Wachstumshormon an. In den USA ist es zur Behandlung von Lipodystrophie bei HIV zugelassen.
Wie wirkt Tesamorelin auf das viszerale Fett? +
Durch die N-terminale Modifikation ist Tesamorelin enzymatisch stabiler als natürliches GHRH. Es erhöht die GH- und nachgelagert die IGF-1-Spiegel über den natürlichen pulsatilen Rhythmus. Viszerale Fettzellen tragen besonders viele GH-Rezeptoren und reagieren in Studien bevorzugt mit Lipolyse — das viszerale Bauchfett nimmt ab, ohne dass das Unterhautfett stark betroffen ist.
Ist Tesamorelin in Deutschland zugelassen? +
Nein. Tesamorelin ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und wird hier ausschließlich als Forschungsreagenz (Research Use Only) für In-vitro- und präklinische Arbeiten gehandelt. Es ist kein Arzneimittel im Sinne des § 2 AMG.
Worauf sollte man beim Bezug eines Forschungspeptids achten? +
Auf dokumentierte HPLC-Reinheit, ein nachvollziehbares Analysenzertifikat (CoA) mit Chargennummer, lyophilisierte Lieferform und sachgerechte Kühlung beim Versand. Forschungspeptide ohne Chargenangabe oder Reinheitsnachweis sind im Laborkontext nicht belastbar.
Wie unterscheidet sich Tesamorelin von GLP-1-Wirkstoffen wie Retatrutid? +
Völlig anderer Mechanismus. Tesamorelin wirkt über die Wachstumshormonachse (GHRH → GH → IGF-1) und zielt auf viszerales Fett. Retatrutid ist ein Inkretin-Triple-Agonist (GLP-1/GIP/Glucagon) und wirkt über Appetit und Energiebilanz. Sie gehören zu unterschiedlichen Peptidklassen.
Hintergrund: Tesamorelin ist ein GHRH-Analogon (44 AS), in den USA zur HIV-assoziierten Lipodystrophie zugelassen (Theratechnologies). Studiendaten zur viszeralen Fettreduktion aus den Zulassungsstudien. In Deutschland nicht zugelassen — Research Use Only. Stand: Juni 2026.